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Last day: 18-03-2010
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Lounges 2010 - Reinraumspezialisten trafen sich in Karlsruhe
Source: Geert BöttgerReinräume sind notwendig, um Hochtechnologie zu erzeugen wie z.B. in der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie, der Pharmaindustrie und in vielen Bereichen mehr. Dazu gehört auch Reinraumbekleidung und ihre Wiederaufbereitung.
In Karlsruhe traf sich die Branche zu einem hochinteressanten Event bei dem Fachinformation und Kommunikation erfrischend neu inszeniert wurden. Mehr als 4800 Besucher waren sehr zufrieden und die 152 Aussteller ebenfalls.
Reinraumtechnologie hat alle Facetten, die zur Einrichtung und Bewirtschaftung eines normiert reinen oder sogar sterilen Produktionsraumes oder eines Labors dazugehören. Die Luft muß reiner sein als am Himalaya und die hygienischen Ansprüche zielen bis hin zur Sterilität. Rund um diese Problematik organisierte das Inspire Event Management 90 Fachvorträge und Demoworkshops. Die Zahl der Besucher stieg laut Veranstalter um etwa 20 % und die der Aussteller um über 30 %.

Lounges 2010
Reinraumbekleidung notwendig
Ein wichtiges Thema der Reinraumtechnologie ist die Reinraumbekleidung, denn das Personal gehört zu den größten Kontaminationsquellen im Reinraum. Wie stark die Art der Bekleidung den Reinraum belasten kann, wurde mehrmals täglich von der Firma Dastex, Herrn Moschner, anhand einer mobilen Body Box demonstriert.
Das Spektrum der Reinraumbekleidung reicht von Einweghandschuhen bis hin zu Overalls mit Vollschutzhaube und Gesichtsmaske, die wieder aufbereitet werden. Es gibt verschiedene Reinraumklassen und entsprechend dieser Klassen ist auch eine unterschiedliche Austattung mit Reinraumbekleidung notwendig.
Spezialthema für den Textil Service
Für die Textil Service Branche ist die Reinraumbekleidung ein Spezialthema, allerdings eines, in dem zunehmend Aktivitäten entfaltet werden. Bei den Lounges 2010 haben sich präsentiert: ALSCO, Bardusch, Berendsen, Decontam, Micronclean/Initial und WZB.
Dabei ist die WZB kein klassischer Textil Service Anbieter, weil sie eine eigene Konfektion in Deutschland betreibt und sich seit über 20 Jahren auf Reinraumbekleidung und ihre Wiederaufbereitung spezialisiert hat. Auch der Mietservice ist anders vertraglich konstruiert als in der Textil Service Branche üblich.
Die Wiederaufbereitung von Reinraumbekleidung muß gewährleisten, dass die dekontaminierten Textilien den geforderten Reinraumklassen entsprechen. Das können die Textil Service Anbieter nur mit erhöhtem Aufwand gegenüber der normalen Dienstleistung gewährleisten. Dazu gehört vor allem, dass sie selbst Reinräume in der Produktion betreiben müssen, aber auch dass sie stückgenau belegen können, wie mit jedem einzelnen Bekleidungsstück verfahren wurde.
Manche Industrieunternehmen bereiten ihre Reinraumbekleidung zu großen Teilen immer noch selbst auf, aber viele geben die Behandlung und Dokumentation der Reinraumbekleidung auch an Serviceunternehmen. Dadurch können sie sich auf ihre Kernprozesse konzentrieren.
Kommunikation und Produktpräsentation im Vordergrund
Die Lounges stellen nicht die Firmenpräsentation in den Vordergrund, sondern die fachliche Information. Die Firmen konnten sich nur standardisiert und zurückhaltend präsentieren, dafür gab es ein fachlich hervorragendes Vortragsprogramm und vielfältige fachliche Präsentationen auf Aktionsbühnen. Die Halle war sehr offen gestaltet, die Stände wirkten mehr als Informationspunkte und so wurden sie auch genutzt.
Herausragende Besucherorientierung
2009 litten fast alle Messen unter Besucherrückgang, sodaß in der Veranstalterbranche die Besucherakquisition zum Nadelöhr wurde. Die Lounges verfolgen hier ein äußerst attraktives Konzept, welches von normalen Messen abweicht:
1. Vorregistrierung über 90 %
Von den über 4800 Besuchern, die der Veranstalter noch vor Schluß der Veranstaltung angeben konnte, sind über 90 % vorher registriert und zugelassen worden. Dies gelingt vor allem dadurch, dass vorher registrierte Besucher keinen Eintritt zahlen und nicht registrierte Besucher 50 € Eintritt an der Tageskasse zahlen müssen. Nebeneffekt: die Veranstalter wissen sehr genau und frühzeitig, wer die Lounges besucht.
2. Gute Verköstigung gratis
Besucher und Aussteller müssen sich nicht über hohe Restaurationspreise ärgern. Alles wird gestellt und das in guter und attraktiver Form. Es gab mehrere Bars von der Schokoladenbar mit ständig nachgeschobenen Champagnertrüffeln bis zur Obst- und Saftbar. Diese waren in die Ausstellerlandschaft nahtlos integriert und zu überschaubaren Kosten von Ausstellern gesponsert. Auch das Mittagessen war vielfältig und qualitativ gut.
3. Fachvorträge und Präsentationen
4. Firmenstände als Kommunikationspunkte
Die letzten beiden Punkte habe ich schon genannt, müssen aber zum Thema "herausragende Besucherorientierung" nochmals aufgeführt werden.
Sicher ist ein solches Konzept gegenüber Image- und CI- bewußten Firmen schwierig durchzusetzen und kostenmäßig für den Veranstalter nicht einfach zu gestalten. "Es gab viele harte Diskussionen mit Ausstellern, um sie auf unser Konzept zu verpflichten", sagte Ulrich Rothgerber, verantwortlich für die Ausstellerbetreuung beim Veranstalter. "Und das, obwohl die Teilnahmepreise für die Aussteller überschaubar sind."
Jedenfalls hat das Inspire Event Mangementteam beispielhaft gezeigt, wie ein Branchentreff kommunikationsstark, entspannt und informativ gestaltet werden kann. Wer sich in der Reinraum Branche zeigen und orientieren will, der hat etwas verpaßt, wenn er nicht in Karlsruhe war.
Die nächsten Lounges finden statt: 15. - 17. Februar 2011 in Karlsruhe, Neue Messe.

