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Last day: 22-04-2012
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I SALONI – IHR GLANZ TROTZT DEN VULKANASCHEN ÜBER EUROPA
Die berühmten Saloni – vom 14.-19. April 2010 auf dem Messegelände Milano Rho – haben nichts von Ihrem Glamour eingebüßt und so viele Besucher wie nie angelockt, die es zudem geschafft hatten, der isländischen Vulkanasche zu entgehen. 329.563 an der Zahl hatten sich laut Organisator registriert, sowie 5.110 Journalisten, dem von der Messe ausgegebenen Motto folgend: The Event is back! 2.542 Aussteller zeigten ihre Produkte. Der museale und innovative Charakter der Messe ergänzte die untenehmerische Funktion um ein großartiges ästhetisches Erlebnis. Besonders viel Publikum war in den zehn Salone design und Salone moderno Hallen zu sehen, sowie in den vier Eurocucina Hallen. In den Hallen des Salone classico war die Frequenz schwächer.
© 2010 Salone Internazionale del Mobile – Salone classico
Hochzufrieden zeigte sich Carlo Guglielmi, Präsident von Cosmit, der Organisatorin der Messe: er befand ein außergewöhnliches Resultat angesichts der schwierigen Weltmarktlage, noch zusätzlich erschwert durch die klimabedingten Flugsperrungen. Seinen Schätzungen zufolge hätte der 7%-ige ausländische Besucheranteil noch verdoppelt werden können.
Insgesamt 359 ausländische Aussteller waren dort: davon 85 spanische, 59 deutsche, 26 portugiesische, 24 französische, 10 bis 20 Aussteller kamen jeweils aus Ägypten, Dänemark, Singapore, Schweden, der Schweiz, Belgien und der Türkei. Insgesamt machten die ausländischen Aussteller 14 % aus.
DER SALONE INTERNAZIONALE DEL MOBILE
feiert nächstes Jahr sein 50jähriges Bestehen und ist damit die älteste und traditionsreichste unter den mailänder Einrichtungsmessen. Die Produkte der 1.493 Aussteller, die sich auf 151.000 m² in 14 Hallen verteilen, richten sich vorwiegend an Luxusausstatter, exklusive Einrichter und Innenarchitekten und haben sich flexibel dem gobalen Goût verschrieben. Es ist unmöglich, alles an einem Tag befriedigend erfassen zu wollen! Viele Kunden reisen mittlerweile aus Osteuropa und Fernost und weiterhin aus dem Nahen Osten an. Der SALONE DEL COMPLEMENTO D‘ARREDO löste sich in diesen Hallen mit auf, was allenthalben als etwas unübersichtlich empfunden wurde, da der Zugriff und Überblick sich bei den vielen Hallen schwierig gestaltete und nur punktuell zu vollziehen war.
Der Salone del Mobile war sonst klar in drei Bereiche gegliedert, die für sich standen: classico, moderno und design. Hier waren namentlich Möbeleinrichtungen zu sehen. Heim- und Haustextilien, Teppiche usw. erfuhren dort keine konzeptuelle Beteiligung, sondern waren Beigaben. Die Aussteller, so sagten der eine und andere, hätten mitunter kostensparende Verträge mit Textil- und Bodenbelagsunternehmen, auf die sie dann weiterverwiesen, falls Interesse am Detail bestünde.
DER SALONE CLASSICO
Die ersten vier großen Hallen (Hallen 1-4) zeigten Luxus-Einrichtung im „klassischen“ Stil, wobei unter Klassik oft eine Opulenz verstanden wurde, die mitunter sprachlos machte und mit Sicherheit ein Magnet für den großen neuen östlichen Kundenkreis ist und einen neuen globalen Geschmack widerspiegelt.
© 2010 Salone Internazionale del Mobile – Salone classico
Die Finkeldei Polstermöbel Manufaktur z.B. zeigte sich mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“. Trotz des europäischen Flugverbots wären ab dem zweiten Messetag mehr Besucher als im Vorjahr dagewesen und die Auftragsbücher „gut gefüllt“. Werner Knoche, Geschäftsführer von Finkeldei sagt: „Mit unseren Polstermöbeln konnten wir viele neue Kunden gewinnen und unser Vorjahresergebnis sogar noch deutlich steigern. Auch Made in Germany steht bei vielen internationalen Kunden als Gütesiegel nach wie vor hoch im Kurs. Schade nur, dass wir in diesem Jahr der einzige deutsche Hersteller aus dem exklusiven Klassikbereich mit einer Messepräsenz waren. Mehr Selbstbewusstsein wäre angebracht, denn Design aus Deutschland braucht sich wirklich nicht zu verstecken.“
Ganz erstaunlich ist hierbei, daß unter all den luxuriösen Einrichtungsbeispielen bei den Bodenbelägen so gut wie keine Orientteppiche zu finden waren, obwohl diese ja in der Herstellung marktgerecht sind und sich absolut jedem Design und jeder Qualität anpassen können.
DIE SALONI DESIGN UND MODERNO
In den darauffolgenden zehn Hallen entfaltete sich das ganze Potential der Moderne. Man kann nicht sagen, daß hier umwerfend Neues zu sehen war. Solide Zitate und Rekreationen schicker Modelle und Vorlagen aus den 60ern und 70ern waren angesagt sowie jede Menge Weiterentwicklung von Bewährtem. Es zeigt sich, daß solide Designerware mit déja-vu Effekten auch Spaß macht und gefällt! Die Messe selbst versteht sich als Mutmacher in schwierigen Zeiten – sagt sie.

< ©2010 iSaloni - Salone design Salone design’10 -Gmc Micheli- Foto Geert Böttger >
Die Viersener Firma Accente und das Gummersbacher Produktionsunternehmen für Kastenmöbel, Schmalenbach, teilten sich einen großzügigen Stand in Halle 20 und zeigten elegantes sachliches Highend-Design. Herr Bergmann von der Agentur für Möbel und Interieur, auf der Messe für den Schmalenbach Vertrieb zuständig, zeigte sich anläßlich des ersten Auftritts Schmalenbachs auf dieser Messe sehr zufrieden: Kunden aus Deutschland, Rußland, der Ukraine und USA seien zum Ordern gekommen. Schmalenbach ist ein auf Maßaufträge spezialisiertes, sehr exportaktives Unternehmen – mit einem Showroom in Rußland.
Die Zimmerwand als Raumteiler
Interessant ist die Weiterentwicklung der Wandgestaltung in ihrer Oberfläche. Wände, nicht als Raumfänger oder matte Unterlage für Applikationsideen verstanden, sondern emanzipiert in ihrer Förmlichkeit durch besonders ausgefallene Licht- und Schattenefffekte, die tektonisch aufgebaut sind und durch unterschiedliche Beleuchtung immer anders leben. Ihr Strukturprägnanz wirkt skulptural und dreidimensional und ist mit keiner Tapete oder Putzbearbeitung zu vergleichen - geschaffen mit ganz unterschiedlichen Materialien und Mitteln. Auch hier gibt es einen großen Trend hin zu edler rustikaler Natürlichkeit: Rohholz und Massivholz vermitteln Nachhaltigkeit und ökologisches Bewußtsein. In wunderbar eleganter Interpretation zu sehen bei dem italienischen Unternehmen L’Officina aus Vicenza – siehe mittleres Bild unten.

©2010 iSaloni - Salone design
Insgesamt 307 ausländische Aussteller waren in den Möbelhallen: davon 80 spanische, 31 deutsche, 26 portugiesische, 21 französische, 15 bis 10 Aussteller kamen jeweils aus Ägypten, Dänemark, Singapore, Schweden, der Schweiz, Belgien und der Türkei.
EUROCUCINA
Alle zwei Jahre findet die Küchenausstellung in den Saloni statt. In vier phantastischen Hallen, war hier eine monumentale Schau zu erleben. 155 Aussteller, davon 12 deutsche Unternehmen, zeigten auf 32.500m² Küchen mit einer breiten Oberflächenvielfalt. Vom Schleiflack, Holz, Metall, Kunststoff bis hin zum Ziegel ist jedes erdenkliche Material vertreten, komplett mit allen Accessoires liebevoll ausgestattet. Stilistisch gab es die ganze Palette von Retro über Klassik – auch hier in opulenter Interpretation – bis hin zur luxuriösen Sachlichkeit. Die passende Technik ist gleich nebenan im FTK Studio erhältlich.

© 2010 Eurocucina – iSaloni
Die Wohnzimmerküche
Als zentrales Thema kann die Integration der Küche in den Wohnraum genannt werden, wobei die Küche entweder in ihrer klassischen Interpretation als Luxusmöbel in oder an den offenen Wohnbereich reicht, oder die Küche wird fast unsichtbar, decouvriert sich kaum als solche und wirkt selbst wie ein Wohnraum mit Wohnzimmercharakter. Im klassischen Bereich waren viele Retroküchen zu sehen, mit Anlehnungen an Omas Küche oder auch bestückt mit klassischen Säulenmotiven im Kochbereich. Im Kontrast dazu stand die puristisch sachliche Designküche mit klaren Linien. Es gab keine Kompromisslösung.
Muebles Picó aus Valencia hatten z.B. gleich eingangs der Halle 9 eine berauschende reinsilberne Barockküche aufgebaut, die in ihrer Originalität wohl einzigartig war. Die selbstironische Gratwanderung zwischen Pomp und Überladenheit, mit einem Hauch von Dekadenz, hat Picó subtil gemeistert!
Und natürlich waren all die großen Namen da: aus Deutschland, Nobilia, Alno, Allmillmö, Schüller, die ihre Teilnahme als „sehr erfolgreich“ bezeichneten. Ein großer Küchenhersteller aus Ägypten ist AMR Helmy, der jeden Stil auf Lager hat; sehr ausgefallen im Design seine Origami -Ausstellungsküche mit modernem Relief- und Holzcharakter, mit der er sich auf der Eurocucina zeigte.
FTK – Technology For The Kitchen
Parallel zur Eurocucina und in den gleichen Hallen (13 + 15) hat nun schon zum vierten Mal die FTK Einzug gehalten. 26 der Besten auf ihrem Gebiet teilten sich 7.000m².
< 2010 FTK -Gaggenau- 2010 FTK -Faber- >
Fotos Geert Böttger
Das Neueste aus küchentechnologischer Sicht wurde bei Gaggenau nicht nur als Endprodukt, sondern auch in der Klarheit seiner Produktionsprozesse gezeigt.
Die italienische Firma Faber wartete mit einem innovativem und ungewöhnlichen Dampfabzugshauben-Konzept von höchstem ästhetischen Anspruch auf. Auf unserem Foto das Modell „Symbol“ aus der Linea Eggs. Interessant ist, wie das Hybridkonzept auch hier Einzug gehalten hat: die Linea Hybrid bietet Hauben, die sowohl Abzug, Klimaregulierung Wärmen und Kühlen als auch Luftreinigung und Entfeuchtung auf bis zu 40m² bewältigen können!
SALONE INTERNAZIONALE DEL BAGNO
In den zwei Hallen am Ende des Messegeländes (22 + 24) waren die Bäder zu besichtigen. Diese Ausstellung findet ebenfalls nur alle zwei Jahre statt. Etwa ein Viertel der gesamten Räumlichkeiten teilte sie mit dem Salone Satellite. 168 Aussteller, davon 9 namhafte deutsche Firmen, zeigten auf ca. 14.000 m² alles für das Badezimmer: Wannen, Whirlpools, Waschbecken, Armaturen und andere Badausstattungen, z.B. Heizkörper. Trotz der Breite des Angebotes gab es Stimmen, denen die Bäderschau nicht repräsentativ genug war.
2010 Salone Internazionale del Bagno – Antonio Lupi –
Foto Stela Popescu
Hervorragendes italienisches Design zeigte die florentiner Firma Antonio Lupi Design – siehe Bild – in Halle 22. Sehr ausgefallen sind die liebevoll von Hand nachgefertigten und detailgetreu nachempfundendenen Badezimmerasustattungen des Pariser Volevatch Unternehmens.
SALONE SATELLITE
Jedes Jahr findet diese Designschau statt, wo Jungdesigner Gelegenheit erhalten ihre Fähigkeiten einem breiten Publikum vorzustellen. Dieses Jahr waren es etwa 700 Designer – inklusive der Studenten aus 25 internationalen Designschulen –, die ihre ihre Werke auf ca. 4.500m² vorstellen durften.
