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Heimtextil 2009 Report
Source: Expoport ReporterStimmung auf der Heimtextil 2009 war besser als erwartet
Die Heimtextil 2009 hat vor allem Stärke als Messe für den deutschen Markt gezeigt. Hier wurden die Erwartungen der Aussteller durch guten Besuch, Gespräche und auch Abschlüsse deutlich übertroffen. Als weltweite Exportplattform gingen von der Heimtextil allerdings weniger positive Impulse aus. Viele Aussteller zeigten sich hier enttäuscht über die Anzahl der Besucher. Insbesondere Einkäufer aus dem Dollarraum wurden vermißt.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel
Stabiler deutscher Markt
Dieses Jahr war es besonders spannend wie die Branche auf die vielen negativen Konjunkturmeldungen reagiert und mit welcher Stimmung das Jahr 2009 begonnen wird. Im Unterschied zu den letzten Jahren zeigte sich dabei der deutsche Markt sehr viel stabiler als die internationalen Märkte. Dabei spielt eine große Rolle, dass der Einzelhandel vom Gesamtjahr 2008 nicht enttäuscht war und auch das Weihnachtsgeschäft nicht den weltweiten Konjunkturabschwung reflektierte. Ausserdem ist das Objektgeschäft für den deutschen Markt insofern ein stabilisierender Faktor, weil weite Teile davon nur langsam auf einen konjunkturellen Abschwung reagieren und es zu sehr großen Teilen ein nationales Geschäft ist.
Schließlich war ein belebendes Element für die Anbieter von Polstermöbelstoffen, dass die Hausmessen der Polstermöbelindustrie in das Frühjahr vorgezogen worden sind und dadurch die Heimtextil in diesem Bereich zu einer echten Ordermesse geworden ist!
Schwächerer internationaler Markt
Die Heimtextil ist eine Plattform für den Weltmarkt. Als solche spiegelt sie die Schwäche auf einigen internationalen Märkten. Insbesondere Einkäufer aus den USA fehlten, nicht nur wegen der in den USA besonders heftig gespürten Krise, sondern auch wegen des schwachen Wechselkurses. Dies gilt übrigens auch für Großbritannien, denn das Pfund nähert sich immer mehr dem Euro und entsprechend äußerten eine Reihe von Ausstellern, dass sie amerikanische und britische Einkäufer vermissen würden.
Viele ausländische Aussteller, insbesondere aus Asien aber auch aus Teilen Europas, kommen vor allem wegen des Exportgeschäfts, nicht so sehr wegen des deutschen Marktes. Diese Aussteller waren eher enttäuscht und so stellte sich die Heimtextil das erste Mal seit vielen Jahren als Messe dar, von der starke Impulse aus dem deutschen Markt kamen und verhaltenere Impulse aus dem internationalen Markt.
Rückgang bei Besuchern
Der Rückgang bei der Anzahl der Messeeintritte ("Besucher") lag bei -12 %. Das ist deutlich und geht wohl hauptsächlich auf das Konto der internationalen Besucher, die ihre Messepräsenz um fast einen halben Tag (durchschnittlich 2,0 Tage gegenüber 2,4 Tagen im Vorjahr) verkürzten.
Weitere Umstrukturierung bei Ausstellern
Die Anzahl der Aussteller blieb fast konstant bei über 2700. Allerdings setzt sich die Umstrukturierung zugunsten der asiatischen Länder fort. Indien (387 Aussteller, + 22) und China (330 Aussteller, + 9) setzten neue Rekordmarken mit nochmals gestiegenen Ausstellerzahlen trotz großer Probleme bei den Exporten dieser Länder. Große europäische Textilnationen wie Italien (142 Aussteller, -11) oder Spanien (81 Aussteller, -11) verloren wie auch Deutschland selbst (440 Aussteller, -14). Dies spiegelt die weltweite Entwicklung der textilen Arbeitsteilung.

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Thomas Fedra
Wandbekleidung als zusätzlicher USP der Heimtextil
Die Heimtextil hat einen neuen einzigartigen Wettbewerbsvorteil entwickelt: die Wandbekleidung. Seit einiger Zeit sind Tapeten und andere Wandbeläge wieder stärker von der Wohneinrichtungsbranche beachtet. Dies hängt u.a. mit dem Trend zu Ornamenten und stärker gestalteten Wänden zusammen. Es ging aus den Gesprächen mit den Ausstellern und Besuchern klar hervor, dass die Heimtextil inzwischen als Leitmesse für die Wandbekleidung angesehen wird.
Die eindeutigen Wettbewerbsvorteile der Heimtextil
sind dann (vgl. unseren Report Heimtextil 2008)
USP 1: das breite und tiefe Angebot asiatischer Aussteller
USP 2: keine Messe bietet einen derart kompletten Überblick über Bett- und Badtextilien
USP 3: Marktplatz für die deutsche textile Wohneinrichtungsbranche
USP 4: Leitmesse für Wandbekleidung
Themen der Heimtextil: Neue Wohntrends, Nachhaltigkeit und Objektgeschäft
Wie seit Jahren hat die Heimtextil wieder ausführlich neue Wohntrends präsentiert. Wir berichten darüber separat.
Neu aufgenommen wurde das Thema Nachhaltigkeit, welches an den ersten beiden Messetagen mit Vorträgen von nationalen und internationalen Designern, Experten Managern und Forschern zahlreiche Anstöße für die Branche gab.
Weiter ausgebaut hat die Heimtextil auch ihre Hervorhebung des Objektgeschäfts. Nachdem der handliche Pocketkatalog nun schon etabliert ist und noch einmal kompletter geworden ist, unterhält die Heimtextil nun auch eine eigene Internetseite zum Thema: www.contact-contract.com. Allerdings konzentriert sich das Bemühen um das Objektgeschäft vor allem auf Heimtextilien. Das Thema Haustextilien ist noch ausbaufähig. Die Signets vor den Ständen sind jedoch auch bei den Anbietern von Haustextilien für das Objektgeschäft zu finden, sodaß es mehr um eine Berücksichtigung des objektorientierten Haustextilgeschäfts in den Vorträgen und redaktionellen Begleitungen geht.
Insgesamt war die Heimtextil wieder ein - gemessen an den Erwartungen - gelungener Einstieg der Branche in das Jahr 2009. Die nächste Heimtextil findet vom 13. - 16. Januar 2010 statt.

